
Lange Zeit blieb mir das Mysterium "Instagram" verborgen. Da ich kein Iphone besitze, konnten nur jene, die eines mit sich tragen die App "Instagram" auch tatsächlich benutzen. Dank des Verkaufs an Facebook, kommen nun aber auch Android-Kunden in den Genuss der Foto-App. Und was soll ich sagen: Sie macht süchtig!
Für alle unter Euch, die gerne und leidenschaftlich fotografieren, wird dies zwar nichts Neues sein und es hat auch nichts mit dem ultimativen Blick für das Außergewöhnliche zu tun, aber die Instagram-App eröffnet einem ungeahnte Möglichkeiten des Vernetzens mit der Welt.
Nun ist es ja so, dass in der Regel alles Neue erst einmal eine Zeit benötigt, um sich bei den Coolen und Hippen zu etablieren. Doch nicht bei Instagram.
Hier ein Schnappschuss, dort ein Outfit-Foto im Spiegel, flott einen Filter drüber gelegt und fertig ist das Kleinkunstwerk. Was vorher ein Handyfoto in schlechter Auflösung war, gleicht nun - dem Farbfilter sei Dank - einem Foto-Relikt aus vergangenen Zeiten.
So lässt sich beispielsweise ohne Probleme der Welt mitteilen, was sich zum Mittagessen auf dem Teller befindet. Dabei ist zu beobachten, dass Essen in Zeiten Instagrams nicht mehr mit der bloßen Nahrungsaufnahme gleichzusetzen ist.
Essen wird zu einem Ritual.
Egal ob man sich in einem angesagten Restaurant oder zu Hause befindet: Der Teller wird stets hübsch hergerichtet und für das entsprechende Foto ins rechte Licht gerückt. Es macht einfach Spaß Freunden oder gar fremden Menschen durch ihren Alltag zu folgen und den ein oder anderen Blick durchs mehr oder weniger verborgene Schlüsselloch zu werfen. - Was wohl den allgemeinen Hype um Instagram erklärt.

Man hat jedoch das Gefühl, dass es sich mittlerweile - und da nehme ich meine Person nicht heraus - nicht mehr ohne vorherigen Schnappschuss genießen lässt. Zu viel Aufwand steckt in dem garnierten Teller, um diesen nicht (wie bei Vielen mit Hashtags versehen) mit der Welt zu teilen. Mittlerweile gibt es ganze Gruppen, die ihre Mahlzeit auf Instagram posten und im Sekundentakt kommen schätzungsweise 5000 neue Fotos hinzu, die einem das Wasser im Munde zusammen laufen lassen.
Die einen mögen nun darüber lachen und sagen "Um Jotteswillen, die fotografiert jetzt nicht wirklich ihr Essen.", die anderen mögen bestätigen: Es gibt ein Leben nach Mc Donalds und Co.
Doch wie das mit den Trends so ist: Sie kommen und gehen und ich bin mir sicher: Eines Tages ist der Hunger s dann doch zu groß, um vorher noch ein Foto zu schießen. ;-)